Hatten auch Sie Post vom „Nachbarn“? Wer ist der „Nachbar“ der Ihnen Grüße hinterließ?

Kurz vor der Europawahl erhielten 20.000 Haushalte in Hürth augenscheinlich selbst erstellte und selbst ausgedruckte Zettel auf denen Aussagen standen welche unter andrem suggerierten, dass die Partei die Grünen dafür werbe, weniger Kinder zu bekommen um Migranten aufzunehmen oder das SPD & DGB Aussagen wie „Deutschland verrecke“ unterstützen würden. Viele dieser Aussagen sind so abstrus, dass man sich fragt, wie Menschen ernsthaft solche Aussagen glauben oder verbreiten können. Unterschrieben waren diese Zettel handschriftlich mit „Gruß aus der Nachbarschaft“. Natürlich haben auch wir uns gefragt wer dieser „Nachbar“ sein soll, der diese Zettel in Hürth verteilt. Vor kurzem wurde uns ein Link auf ein YouTube Video zugespielt, welches uns diese Frage beantwortet.

Lehrvideo zum Drucken und Verteilen der Flyer

Es handelt es sich um ein Lehrvideo in Form eines Interviews des Erstellers der Flyer mit Herrn Jürgen Arhelger, inzwischen Sprecher des Vorstands der Hürther AfD, veröffentlicht am 22. August 2019. Dieses Video stellt eine Anleitung für die Verbreitung dieser Flyer dar. Außerdem gibt Herr Arhelger auch Tipps zum Verteilen der Flyer, welche erschreckend sind! Dieses Video zeigt klar, wessen Geistes Kind Herr Arhelger ist.

Beleidigung und Diffamierung der Hürther Bürger beim Austragen der Flyer als Methode.

Herr Arhelger erklärt in dem Video, dass er sich Reaktionen ausgedacht hat, wie man Bürger angeht, welche die eigene politische Auffassung nicht teilen. Basierend auf seinen Flyern gibt er Empfehlungen wie man die andere Seite Mundtot macht und diffamiert. (Ab Minute 7:26) Strategie ist explizit, nicht auf Argumente einzugehen sondern die Gegenseite „abzufrühstücken“ sobald Gegenargumente kommen, da man in einer Diskussion nur verlieren könne. (Ab 18:00) So beschreibt er anschaulich, wie er Menschen die offensichtlich „grün angehaucht“ seien laut angeht, und Ihnen entgegenbringt, er fände Migranten bekämen noch viel zu wenig um das Gegenüber dann möglichst laut als „Nazi“ zu beschimpfen. Möglichst laut hier explizit, damit die Nachbarn das „Sind Sie etwa Nazi“ auch hören. Das Gegenüber würde dann wieder in seinem „Loch“ verschwinden. Auch Sätze wie „Sie sind ja bestimmt auch einer von der AfD, so ein Nazi, sie sollten sich etwas schämen“ wurden möglichst laut von Herrn Arhelger (selbst Sprecher der AfD Hürth!) gerufen. Herr Arhelger beleidigt also absichtlich unbescholtene Bürger mit einer Parteizugehörigkeit die er selbst besitzt, um sein Gegenüber einzuschüchtern. Nicht ganz ohne Stolz „Ich bin jetzt jemand ich kann auch sehr dominant auftreten“ (12:54). Sehr stolz ist er vor allem auf eine Situation in der er eine junge Mutter mit zwei Kindern vor Ihrer Haustür „richtig abgeputzt“ hat und ihr lauthals vor Ihren Kindern vorwarf, „sie sollte sich etwas schämen die beiden Kinder großzuziehen, dafür könnte Sie vier Asylanten durchfüttern. Die war ganz schnell weg.“ (Ab 12:04) Das ist die Art wie Herr Arhelger durch unsere Stadt zieht. Und es macht ihm richtig Spaß die Menschen so anzugehen. Auch die AfD Kollegen am Stand freuen sich über seine Geschichten und haben Spaß. (ab 15:40)

Stellen Sie sich einmal vor, er hätte Sie vor Ihren Kindern derart angegangen.

Stellen Sie sich einmal vor, es wäre Ihre Frau oder Tochter mit Ihren Kindern/ Enkeln gewesen.

Warum schreiben wir Ihnen das?

Als Mitglieder einer demokratischen Partei hat es uns persönlich erschüttert, wie Herr Arhelger in unserer Stadt mit unseren Mitbürgern umgeht. Eine politische Auseinandersetzung mit Argumenten wird von Herrn Arnhelger umgangen und Menschen vor Ihrer Haustüre möglichst laut beleidigt um sie in Ihrer Nachbarschaft zu diskreditieren. Die Flyer wurden absichtlich nicht mit Namen unterschrieben, sondern mit dem Synonym „Nachbar“, damit Angst und Unsicherheit gestreut wird (Videoeinblendung: „Wer könnte das bloß sein?“). Dieses Vorgehen ist fernab von jedem demokratischen Dialog und erinnert an den Beginn der dunkelsten Zeit unserer Geschichte. Wir möchten ihnen darlegen wer diese Menschen sind und gleichzeitig die Sicherheit geben, dass ihr „Nachbar“ nicht irgendein Nachbar ist von dem Sie nicht wissen wer. Es ist eine Einzelperson und nun kennen Sie seinen Namen. Ihr „Nachbar“ ist Herrn Jügen Arhelger, ein Vorstandmitglied der Hürther AfD die dieses Vorgehen offensichtlich duldet und unterstützt. Wir bitten Sie, fallen Sie nicht auf solche Menschen rein, die das öffentliche Hetzen gegen Mütter mit Kindern auf unseren Straßen in Hürth zur Lehrmethode stilisieren!

Am 30. Oktober 2019 wurde Herr Arhelger zum Sprecher für die Hürther AfD gewählt. Die Hürther AfD steht entsprechend hinter dieser Vorgehensweise.

Ganz gleich wie sie politisch stehen, wir hoffen Sie stimmen mit uns überein, dass ein Klima der Angst und Unsicherheit, wie es Herr Arhelger in unserer Stadt sähen möchte für Hürth nicht akzeptabel ist. Wir bitten Sie dieses Wissen bei politischen Diskussionen mit einzubringen und bei Ihrer nächsten Wahl zu berücksichtigen. Wir möchten darauf hinweisen, dass unser Anliegen der Wunsch nach Aufklärung ist und darum bitten, dieses Schreiben nicht als Wahlwerbung zu verstehen. Wenn Sie bereits Opfer dieser verbalen Übergriffe durch Herrn Arhelger wurden, melden Sie sich gerne bei uns.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit,

Michael Kleofasz, Lukas Gottschalk und Bastian Hömske für die SPD Hürth

2 Antworten auf “Hatten auch Sie Post vom „Nachbarn“? Wer ist der „Nachbar“ der Ihnen Grüße hinterließ?”

  1. Fischer Peter M.

    Ist schon dreist wenn kurz vor Wahl wieder grüße vom Nachbar im Briefkasten sind. 5000€ pro Asylbewerber. Sollte den Leuten das verbieten!! Ich sage das ist Aufhedzen. Grüße Peter M.

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