Europa hautnah. Teil 5: Am Arbeitsplatz und in der Mittagspause

Wie die EU unseren Alltag gestaltet.

Liebe EuropäerInnen,

wie beeinflusst die EU eigentlich das Leben ihrer BürgerInnen? Am Beispiel der Familie Mustermann erfahren Sie, wie Europa Sie im täglichen Leben begleitet.

Heute am Arbeitsplatz und in der Mittagspause:

9:00 Uhr: Am Arbeitsplatz

Dank des europäischen Integrationsprojektes, welches u.a. die vier Grundfreiheiten des europäischen Binnenmarktes – freier Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital – hervorgebracht hat, kann jede EU-Bürgerin und jeder EU-Bürger seinen Arbeitsplatz in der EU frei wählen. Ich arbeite in einer Firma, die zu den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) gehört. Diese machen 98 Prozent der europäischen Unternehmen aus, stellen 70 Prozent der europäischen Arbeitsplätze und bilden so das Rückgrat der europäischen Wirtschaft. Das extra auf KMU ausgerichtete EU-Programm COSME soll mit 2,3 Milliarden Euro ihre Wettbewerbsfähigkeit im Zeitraum 2014–2020 fördern, Wachstum generieren und helfen, viele neue Arbeitsplätze in der EU zu schaffen.
EU-Arbeitsschutzbestimmungen sorgen dafür, dass die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten gestärkt wird. Gesetzgebungen für die Bildschirmarbeitsplätze, zum Schutz vor optischer Strahlung beim Lasern, Beweisumkehr bei Gefährdungen uvm. haben die Arbeitsbedingungen verbessert. Die EU-Arbeitszeitrichtlinie, eine große Errungenschaft der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, schreibt vor, dass durchschnittlich nur 48 Stunden in der Woche gearbeitet werden darf. EU-Gesetzgebungen schützen ebenfalls vor Diskriminierungen, sei es im Bereich Gender oder sexuelle Orientierung: Keine Mitarbeiterin und kein Mitarbeiter darf Nachteilen bei der Arbeit ausgesetzt sein. Dies erinnert mich an die europäische  Grundrechtecharta. Dieses Dokument gilt als eines der wichtigsten und mordernsten Menschenrechtsdokumente weltweit und enthält die ambitioniertesten Aussagen, die je in einem rechtsverbindlichen Text dieser Art gemacht worden sind. Dabei geht es nicht nur um die gewöhnlichen Bürger- und Freiheitsrechte, sondern auch um den Schutz von älteren Personen und Menschen mit Behinderung, um soziale Rechte sowie um Umwelt- und Verbraucherrechte.

In der Mittagspause:
13:00 Uhr: Mittagspause

In der Mittagspause gehe ich gern in den Park, genieße die Sonne im Grünen und erfreue mich am Vogelgezwitscher. Dank der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie werden wildlebende Arten und deren Lebensräume in Europa geschützt. In der Pause gönne ich mir häufig einen erfrischenden Smoothie. Heute nehme ich mir vor, mich bald selbst mal an einem Mix aus verschiedenen Früchten zu probieren. Am EU-Biosiegel, welches seit 2010 verpflichtend für ökologisch und biologisch hergestellte Produkte ist, kann ich erkennen, dass auf den Früchten auf denen Bio drauf steht auch wirklich Bio drin ist und strenge Regeln hinsichtlich Umwelt- und Tierschutz eingehalten wurden.
Leider beginnt es nun zu regnen. Hoffentlich hört das bald wieder auf. Schnell checke ich im Internet den Wetterbericht. Meine Güte, habe ich hier schlechten Empfang! Bis die Internetseite geladen ist, hat es schon wieder aufgehört zu regnen. Wie gut, dass die EU 2017 mit WiFi4EU eine Initiative gestartet hat, die bis 2020 freien und leistungsfähigen Internetzugang in Parks, auf Plätzen und in öffentlichen Gebäuden an vielen Orten in Europa anstrebt. Toll!
Auch Menschen in abgelegenen Regionen benötigen schnelles, mobiles Internet zu erschwinglichen Preisen. Deswegen möchte die EU dafür sorgen, dass den Verbrauchern und Verbraucherinnen bis 2025 überall in Europa schnelles, mobiles Internet »5G« zur Verfügung steht.

Neugierig? Morgen geht es weiter durch den Tag!

Bild 1 von rawpixel auf Pixabay

Bild 2 von Mabel Amber, still incognito… auf Pixabay

Eine Beitragsreihe von:

Arndt Kohn MdEP

Spitzenkandidat der SPD Region Mittelrhein

© European Union 2018

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