Schwarz-Grün stoppt vorerst Wohnbaulandentwicklung

Die Lage auf dem Hürther Wohnungsmarkt wird immer dramatischer. Die Mieten steigen, die Grundstückspreise sind auf Rekordniveau. Es fehlt stadtweit an bezahlbarem Wohnraum. „Leider wird sich die Situation vorerst nicht ändern. Der im Planungsausschuss diskutierte Projektvorschlag für das Plangebiet Efferen-West wurde bis zur Verabschiedung eines neuen Wohnbaulandkonzeptes vertagt. Es ist zu befürchten, dass dies erst im nächsten Jahr geschehen wird“ so der planungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion Bert Reinhardt.
Mit dem Entwurf der Baum Projektentwicklung Wohnen für das 11 ha große Plangebiet im Westen Efferens zwischen der Kreisstraße K2, der Beller Straße, den rückwärtigen Gärten der Annenstraße und der Pastor-Gießen-Straße liegt jetzt ein Vorschlag zur Diskussion vor, der nach Ansicht der SPD-Fraktion öffentlich diskutiert werden sollte. So sollen ca. 224 Wohneinheiten für ca. 675 Einwohner entstehen. Die Bebauungsstruktur gliedert sich in Einfamilienhäuser, 3-4 geschossiger Wohnungsbau und 2-3 geschossige Stadthäuser. Prägendes Element sind 9 Wohnhöfe und ein Quartierspark. Die Erschließung soll ausschließlich über die Kreisstraße erfolgen. „Wir waren bereit, den Aufstellungsbeschluss zu treffen, damit die Öffentlichkeit in das Bebauungsplanverfahren einbezogen werden kann. Jetzt verschwindet der Projektvorschlag wieder in den interfraktionellen AK Wohnbaulandkonzept, der nichtöffentlich tagt. Das hat mit Transparenz nichts zu tun“, ergänzt SPD-Ratsmitglied Michael Kleofasz.
Die SPD-Fraktion hatte einen ergänzenden Beschlussentwurf vorgelegt, der bereits jetzt Fragen zur Wirtschaftlichkeitsberechnung des Plangebietes und zur Infrastruktur im Stadtteil Efferen klären sollte. „ Wir brauchen Klarheit darüber, wie das Baugebiet an den ÖPNV angebunden wird und wie sich die Schülerzahlen auf den Grundschulstandort Efferen auswirken. Das kann im Bebauungsplanverfahren geklärt werden. Auch diese Fragen sind zunächst zurückgestellt“, so Reinhardt.
Außerdem hatte die SPD ihre Ziele für das Baugebiet definiert. „Wir wollen Wohnraum für junge Familien, für die ältere Generation und für unterschiedliche Einkommensverhältnisse schaffen. Grundsätzlich gilt für uns, das mindestens 30% der zur Verfügung stehende Wohnbaufläche für bezahlbaren Wohnraum bereitgestellt werden müssen“, so Kleofasz abschließend.