Mutprobe an der B265n

Keine sichere Überquerung der „Luxemburger“ für Radfahrer und Fußgänger 

An den Anblick musste man sich schon gewöhnen und manchem blutete das Herz. 300 Bäume mussten gefällt werden, damit mit der Anbindung der Ortsumgehung an die Luxemburger Straße in Höhe der Trierer Straße der letzte Bauabschnitt der B265n beginnen konnte. Spätestens im Herbst soll die dann vier Kilometer lange Umgehung in Betrieb genommen werden. Hoffentlich ist damit nicht nur die versprochene Entlastung der alten Luxemburger Straße, sondern auch die Minimierung des unsäglichen Verkehrs durch Kendenich verbunden.

Aber vorher muss noch ein großes Problem gelöst werden! Mitte Mai wurde im Hauptausschuss des Hürther Stadtrates in einer Mitteilung über die Abbindung der Trierer Straße von der B265n berichtet. Der Plan des Landesbetriebes Straßen-NRW sieht dabei vor, dass an der Kreuzung der Trierer Straße/Alte Luxemburger Straße die Ampelanlage bestehen bleibt. Dabei soll die Ampel für Fußgänger und Radfahrer auf Grün stehen, der „motorisierte Individualverkehr“ nur auf Anforderung Grün erhalten. So weit so gut.

Doch viel wichtiger ist die Frage, wie Fußgänger und Radfahrer von Kendenich aus kommend über die B265n gelangen – denn der stark frequentierte Radweg auf der rechten Seite in Fahrtrichtung Köln endet an der Anbindung der „Luxemburger“ an die Umgehungsstraße! Der Landesbetrieb NRW lehnt aus Gründen des Verkehrsflusses dort eine auch von der Stadt Hürth geforderte Ampelanlage zur sicheren Überquerung für den „nichtmotorisierten Individualverkehr“ ab. Und bietet nur eine Überquerungshilfe zwischen Frentzenhofstraße und Pfadfinderheim an. „Das bedeutet im Klartext, dass sich Fußgänger und Radfahrer eine Lücke im fließenden Verkehr suchen müssen, um über die Luxemburger Straße zu kommen. Viel zu gefährlich, das geht gar nicht“, sagt Ortsvorsteher Frank Baer. „Das kann ja im Berufsverkehr zu einer wahren Mutprobe werden. Nicht nur für die vielen Kinder und Jugendlichen, die den Radweg auch als Schulweg nutzen.“ In einem Schreiben an den Landesbetrieb Straßen-NRW hat Baer den Bauträger nun aufgefordert, eine sichere Überquerung der Luxemburger Straße zu ermöglichen. „Die Ampelanlage ist auf jeden Fall die sicherste Lösung. Als Alternative bliebe nach jetzigem Stand, dass die Radfahrer die Ampel in Höhe der Industriestraße nutzen, um auf die andere Seite zu gelangen. Dann gäbe es aber einen Gegenverkehr und der Radweg auf der westlichen Seite der Luxemburger müsste dann zumindest verbreitert werden“, so Kendenichs Ortsvorsteher Baer.

Bleibt zu hoffen, dass der Landesbetrieb NRW doch noch ein Einsehen mit Fußgängern und Radfahrern hat!

 

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