365-Euro-Ticket steigert die Attraktivität des ÖPNV – Rhein-Erft-Kreis soll Modellregion werden

Von Bert Reinhardt und Lukas Gottschalk:

Die SPD-Fraktion hatte im Verkehrsausschuss des Rhein-Erft-Kreises am 13.11.2019 den Antrag gestellt, dass die Kreisverwaltung in Abstimmung mit den umliegenden Kommunen und Kreisen sich als Modellregion für die Bundesförderung eines „365-Euro-Tickets“ bewerben soll. Diese Jahreskarte soll zu einem Preis von einem Euro pro Tag zu einem uneingeschränkten Fahren in der Region berechtigen. Der Rhein-Erft-Kreis bildet mit den Städten Köln, Bonn, Monheim und Leverkusen sowie dem Rhein-Sieg-Kreis, Rheinisch-Bergischer Kreis, Oberbergischer Kreis und Kreis Euskirchen im VRS ein Verbundgebiet mit 3,3 Millionen Einwohnern. Der VRS ist prädestiniert um Modellregion zu werden, da das Gebiet des VRS Großstädte, Randkommunen und ländliche Bereiche, und damit möglichst unterschiedliche Anforderungen an den ÖPNV auf sich vereint.

Bert Reinhardt

Wir sehen in der Förderung des Öffentlichen Nahverkehrs angesichts zeitweiligen Verkehrskollaps und drohender Klimakatastrophen ein wichtiges Element hin zu einer dringenden Verkehrswende. Da ein „365-Euro-Ticket“ als Ziel im Klimaschutzpaket 2030 der Bundesregierung verankert ist, bietet sich für den Rhein-Erft-Kreis und die Region die Chance, die seit langem bestehenden Verkehrsprobleme mit massiven Belastungen für Umwelt und Menschen spürbar zu mildern. Das wirft natürlich die Frage nach einem für die Kunden bezahlbaren und für die Kommunen finanzierbaren ÖPNV auf. Sicherlich ist der Fahrpreis nur ein Kriterium, neben besserer Taktung, größerer Zuverlässigkeit und Platzangebot. Dennoch ist der Fahrpreis eine entscheidende Größe für den Entschluss zum Umstieg auf Bus und Bahn! Es gilt den Teufelskreis stetiger Preissteigerungen zu durchbrechen. Aus Sicht der SPD-Kreistagfraktion kann die Bewerbung als Modellregion mit Bundesfördermitteln nur ein erster Schritt sein. Unser Antrag fand bei CDU-Grünen-FDP noch keine Zustimmung, sondern wurde erst mal vertagt.

Lukas Gottschalk

Noch im November hat die Verbandsversammlung des VRS die Geschäftsführung einstimmig beauftragt, sich mit einem“innovativen eTicket-Ansatz“ an dem Modellprojekt des Bundes zu beteiligen. Wir unterstützen den Beschluss des VRS, da dieses Angebot zu zahlreichen Preisvorteilen bei den Zeitkarten und E-Ticket-Nutzern führen soll.

 

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