Schulsozialarbeit stärken und Familien unterstützen

Die kommunale Schulsozialarbeit steht vor großen Herausforderungen. Der Jahresbericht für das Schuljahr 2022/2023 beschreibt diese Herausforderungen sehr eindringlich. Steigender Schulabsentismus, vermehr psychische Auffälligkeiten, Entwöhnung von Umgangsregeln, ausgefallene Früherziehung in Kindergärten, nicht erlernte Kompetenzen im Sozialbereich und die zunehmende Arbeit mit Geflüchteten werden die kommunale Schulsozialarbeit auch in den nächsten Jahren herausfordern. Der Bedarf steigt in allen Schulen. „Trotzdem leistet es sich die Stadt immer noch, Schulsozialarbeit an den beiden Gymnasien mit jeweils einer halben Stelle anzubieten. Der Jahresbericht macht deutlich, dass für die weiterführenden Schulen eine zusätzliche Schulsozialarbeiterstelle geschaffen werden muss“, so SPD-Ratsmitglied Silvia Lemmer.

Kindertagespflegepersonen leisten einen wichtigen Beitrag zur Kinderbetreuung. Nur mit Tagesmüttern ist es möglich, die hohe Betreuungsquote im U3-Bereich sicherzustellen. Deshalb war ein Schwerpunkt der SPD-internen Beratungen im Jugendbereich die finanzielle Besserstellung der Tagespflegepersonen.

Nach Ansicht der SPD sollten im Rahmen der laufenden Geldleistung die Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsleistungen von derzeit 3,83 € pro Stunde/pro Kind auf 4,30 pro Stunde/pro Kind erhöht werden. „Mit dem Antrag verdienen die Tagespflegepersonen mehrere Tausend Euro mehr im Jahr. Diese finanzielle Besserstellung hätten die Tagesmütter mehr als verdient“, so SPD- Ratsfrau Katrin Härtl.

Ein weiterer Antrag der SPD zum Jugendhaushalt lag in der Weiterfinanzierung der aufsuchenden Sozialarbeit, die bis Ende 2022 über das Bundesprogramm „Kita-Einstieg: Bauen in frühe Bildung“ finanziert wurde. Das Projekt „Elternbegleitung“ hatte bis zum Auslaufen des Förderprogramms dafür gesorgt, dass Familien mit Problemen wie Fluchterfahrung, Armut und psychosoziale Belastungen aus der sozialen Isolation herausgefunden haben. „Das Angebot muss weiter geführt werden. Deshalb sollen dafür 25.000 € bereitgestellt werden“, stellt Lemmer klar.

Während die Anträge zur Schulsozialarbeit und den Tagesmüttern ohne Votum in den Finanzausschuss vertagt wurden, lehnte der Jugendhilfeausschuss die Mehrkosten für die aufsuchende Elternarbeit ab. „Wir werden bis zum Ende der Beratungen dafür kämpfen, dass die Schulsozialarbeit gestärkt, Familien unterstützt und die Tagesmütter finanziell besser gestellt werden“, so die beiden Sozialdemokratinnen.

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